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Neichen

Parallel zur Straße führte die Bahntrasse nun nach Neichen hinüber. Streckenweise ist der Damm noch gut zu erkennen, teilweise wurde er aber auch ins Feld untergeackert.

Dort wo diese Verbindung auf die Landstraße Nerchau-Neichen trifft, überquerte die Bahn die Straße und senkte sich in einem Rechtsbogen zum Endbahnhof Neichen hinab.

Der Bahnübergang an der Einmündung der Eisenbahnstraße aus Nerchau mit der Landstraße nach Neichen. Links aus Richtung Nerchau, rechts in Richtung Neichen gesehen.

Die Gleisanlagen den Bahnhofes Neichen (einst Nerchau-Trebsen, dann Neichen-Zöhda genannt) waren einem Endpunkt und Spurwechselbahnhof entsprechend umfangreich. Hier befanden sich eine Umladehalle, Rollbockgrube und ein einständiger Lokschuppen.

In einer langgezogenen Gefällestrecke senkte sich die Bahntrasse hinunter auf das Niveau des Bahnhofs Neichen hinab. Von links näherte sich die Regelspurstrecke Grimma-Wurzen - die "Muldentalbahn".

Die Gleisanlagen den Bahnhofes Neichen (einst Nerchau-Trebsen, dann Neichen-Zöhda genannt) waren einem Endpunkt und Spurwechselbahnhof entsprechend umfangreich.

Hier befanden sich eine Umladehalle, Rollbockgrube und ein einständiger Lokschuppen.

Die Gleisanlagen in Blickrichtung Nerchau links das Empfangsgebäude.
Einen solchen Menschenauflauf hat man hier wohl kaum vorher gesehen. Dies hatte einen traurigen Grund:

Das Bild entstand vom Perron des letzten Wagen vom letzten Zug, der Neichen verließ.

Heute führt eine Verbindungsstraße über das ehemalige Bahngelände.

(Hist. Bilder dieser Seite:
Günter Meyer (Aue) IN: Scheffler, R.; Wunderwald, P.: Die Schmalspurbahn Mügeln-Neichen. Wilsdruffer Bahnbücher. Oschatz/Nossen 2007.
Slg. Peter Wunderwald (Nossen). IN: ebenda
Slg. C. Schlegel IN: ebenda
Reiner Scheffler (Oschatz) IN: ebenda)

Der ehemalige Lokschuppen verfiel nach der Stilllegung zusehends und wurde 1986 abgerissen. Der Wasserkran war schon längere Zeit ungenutzt und konnte so als "Wäschtrockner" herhalten.

Heute ist vom Lokschuppen und seinem Umfeld nichts mehr zu erkennen. Hier ist inzwischen ein schmuckes Eigenheim gewachsen - sicherlich nicht für den Bahnhofsvorsteher...

Das Empfangsgebäude von Neichen befand sich in Insellage. Auf der einen Seite waren die Anlagen der Schmalspurbahn und die Gleise der Regelspur zur Rollwagengrube. Auf der anderen Seite lagen die Anlagen der regelspurigen Muldentalbahn Wurzen-Grimma-Großbothen-Glauchau.

Die Muldentalbahn wurde mit der Sprengung der Rabensteinbrücke bei Grimma 1945 unterbrochen und führte seither das Schattendasein einer Stichbahn von Wurzen her.
1969 wurde der Reiseverkehr eingestellt und die Strecke bis Grimma stillgelegt. Lediglich bis zum Papierwerk in Golzern fand noch ein Anschlussbahnbetrieb statt.
Nach 1990 kam der restliche Güterverkehr gänzlich zum Erliegen.

Inzwischen wurde die Strecke abgebaut und auf der Trasse zwischen Grimma und Wurzen ein sehr schöner Radweg entlang der Mulde errichtet - ein Tipp für alle Radsportfans !

Zum Zeitpunkt der Aufnahme hieß der Bahnhof "Nerchau-Trebsen".

Die Gleisseite der Muldentalbahn mit dem Radweg heute.

Wo einst die Dampfloks der Regelspur und der Schmalspur um die Wette dampften, es nach Öl und Ruß roch, erinnern heute nur noch die typischen Bauten - Empfangsgebäude, Güterschuppen etc. an die Zeit regen Eisenbahnbetriebes.

Nur das heute bewohnte Empfangsgebäude und die Güterrampe erinnern daran, dass hier früher Züge aus Mügeln ankamen und Reisende bzw. Güter auf die Regelspur nach Wurzen oder Grimma übergingen.

Auch unsere Spurensuche endet hier.

Wer sich die Mühe macht, diese Strecke von Mügeln über Wermsdorf bis nach Neichen zu bereisen, wird mit mir einer Meinung sein - eine romantische Schmalspurstrecke ging mit der Stilllegung bis 1972 der Nachwelt verloren.

Vielleicht baut man den Bahnkörper einmal durchgängig als Radweg aus?

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